Laut Bericht Ex-FCM-Trainer Titz vor dem Aus bei Hannover 96
Christian Titz steht bei Hannover 96 offenbar vor dem Aus. Nach dem schwachen Saisonstart soll sich der Zweitligist vom früheren Erfolgstrainer des 1. FC Magdeburg trennen wollen. Mehrere mögliche Nachfolger werden bereits gehandelt.

Hannover/dpa/nes - Fußball-Zweitligist Hannover 96 wird sich nach Informationen der „Bild“-Zeitung von Trainer Christian Titz trennen. Offen ist noch der Zeitpunkt des Vollzugs. Der Entscheidung muss demnach noch 96-Hauptgesellschafter und Aufsichtsratschef Martin Kind zustimmen.
Die als Aufstiegskandidat gehandelten Niedersachsen hatten zuvor von den ersten fünf Spielen der Saison nur eines gewonnen. Am Freitag unterlag das Team beim 1. FC Nürnberg mit 1:2. Titz' Vertrag läuft im Juni 2027 aus.
Als mögliche Nachfolger wurden unter anderem Ex-St.-Pauli-Trainer Alexander Blessin, der frühere Augsburger Sandro Wagner, Ex-Kapitän Steven Cherundolo und der ehemalige Bielefelder Mitch Kniat genannt.
Christian Titz und Hannover 96: Schwacher Saisonstart erhöht den Druck
Auch Loïc Favé wird laut Medien gehandelt. Er gehört zum Trainer-Team von Merlin Polzin beim Bundesligisten Hamburger SV. Von dort kennt ihn Hannovers Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt aus seiner Zeit als Sportvorstand des HSV (2018 bis 2024).
Seit dem Bundesliga-Abstieg 2019 arbeiten die 96er mit großem finanziellem Aufwand an der ersehnten Erstliga-Rückkehr. Der 55 Jahre alte Titz wurde 2025 vom 1. FC Magdeburg verpflichtet und baute in seiner ersten Saison in Hannover eine komplett neue Mannschaft auf.

Für Titz sprach zunächst der attraktive Fußball seines Teams und die statistisch beste Zweitliga-Saison seiner Mannschaft. Trotzdem verspielten die Niedersachsen an den letzten drei Spieltagen den greifbar nahen Aufstieg.
Christian Titz beim FCM: Vom Retter zum Drittliga-Meister
Im Sommer wurde Boldt als neuer Sport-Geschäftsführer vorgestellt. Zwischen ihm und Titz kam es von Beginn an zu Dissonanzen. Streitpunkte waren die Transferpolitik, die Kadergröße und auch die Rolle des neuen Torwarts Pascal Loretz. Boldt holte ihn aus der Schweiz, Titz nahm ihn nach nur einem Spiel aus der Mannschaft.
Beim 1. FC Magdeburg feierte Christian Titz seine erfolgreichste Zeit als Cheftrainer eines Vereins. Erst rettete der gebürtige Mannheimer den FCM vor den drohenden Regionalliga-Abstieg, wurde kurz darauf mit dem Club phänomenal Drittliga-Meister und führte ihn in seiner letzten Saison als Magdeburg-Trainer bis auf Rang vier der Tabelle in der 2. Bundesliga - der größte Erfolg der Vereins-Nachwendegeschichte.