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BLICK AUF DEN GEGNER “Die Spiellust nehmen”: Wie Dynamo den FCM schlagen will

Dynamo Dresden geht mit vielen Problemen in den “Elb-Clasico” gegen den 1. FC Magdeburg. Dennoch glauben die Sachsen an ihre Chance und wollen den Lauf des FCM stoppen.

Von Marcel Fritze 17.10.2026, 10:19
Thomas Stamm, Trainer von Dynamo Dresden. Wie wird er und seine Truppe gegen den 1. FC Magdeburg auftreten.
Thomas Stamm, Trainer von Dynamo Dresden. Wie wird er und seine Truppe gegen den 1. FC Magdeburg auftreten. (Foto: IMAGO / osnapix)

Dresden/Magdeburg/DUR - Unterschiedlicher könnten die Gefühlswelten beider Konkurrenten nicht sein. Auf der einen Seite kommt der 1. FC Magdeburg nach dem dritten Heimsieg in Folge mit viel Rückenwind nach Dresden. Auf der anderen Seite steht Dynamo nach fünf sieglosen Spielen mit dem Rücken zur Wand.

Anhand der Formkurven sind die Rollen für den “Elb-Clasico” am Sonntag klar verteilt. Doch jedes Derby hat seine eigene Geschichte. Vor einem Jahr gewann der FCM erstmals seit 25 Jahren in Dresden. Dafür revanchierte sich die SGD mit einem 2:1 beim Rückspiel. Nun spricht vieles dafür, dass sich die Serie der Auswärtssiege in diesem Ostklassiker fortsetzt.

Allerdings hoffen die Schwarz-Gelben darauf, gegen den Erzrivalen einen Befreiungsschlag zu landen. Wo liegen die Schwächen beim Gegner und was erwartet Trainer Thomas Stamm von seiner Mannschaft?

Dynamo Dresden kassierte viele Tore in der Schlussphase

Im Vorfeld der aktuellen Saison galten die Dresdener durchaus als Geheimfavorit auf das obere Tabellendrittel. Schließlich waren sie in der Rückrunde 2025/26 die viertbeste Mannschaft der 2. Bundesliga. Zudem gelang es ihnen, die erfolgreiche Achse um Thomas Keller, Jonas Sterner, Robert Wagner und Ben Bobzien fest zu verpflichten.

Trotz dieser guten Voraussetzungen ging der Saisonstart in die Hose. Auf das 0:3 beim 1. FC Nürnberg folgte zwar ein 1:0-Heimsieg gegen den SV Darmstadt 98. Aber danach war der Wurm drin. Dynamo Dresden gewann nicht mehr und gab in vier von fünf Spielen eine Führung aus der Hand. Sechs Tore kassierte die SGD ab der 76. Minute - mehr als jede andere Mannschaft der Liga.

“Es geht darum, dass wir in der Aktivität bleiben, dass wir die Überzeugung haben, durch Aktivität Zweikämpfe zu gewinnen, defensiv wie offensiv”, erklärte Trainer Thomas Stamm auf der Pressekonferenz am Freitag, wie er dieses Problem angehen will. Nach fünf sieglosen Partien verspürt der Schweizer noch keinen erhöhten Druck im Dynamo-Umfeld: “Der Druck ist so wie immer.”

Ein Thema, das der Trainer weniger beeinflussen kann, ist das Verletzungspech in der Abwehr. Abwehrchef Keller zog sich am fünften Spieltag in Braunschweig eine Gehirnerschütterung zu, an dessen Folgen er weiterhin leidet. Eine zeitnahe Rückkehr sei nicht zu erwarten, so Stamm.

Torwartwechsel mitten in der Saison

Damit fehlt ein zentraler Baustein der Rückrundenelf und ein zuverlässiger Partner für Youngster Friedrich Müller, der in dieser Saison im Abwehrzentrum gesetzt ist. Neben Keller fehlen auch die Innenverteidiger Lars Bünning und Kenneth Schmidt, sodass der defensive Mittelfeldspieler Nicolai Rapp gegen Osnabrück eine Reihe weiter hinten aushelfen musste.

Beim Versuch, seiner Abwehr mehr Sicherheit zu verschaffen, schreckte der Trainer auch vor einem Torwartwechsel nicht zurück. Stammkeeper Tim Schreiber musste in der letzten Woche gegen Osnabrück seinen Platz für Lennart Grill räumen, der nach langer Verletzungspause wieder einsatzfähig ist. Leistungsmäßig seien beide auf Augenhöhe, so Stamm. “Ein anderes Profil” habe den Ausschlag zugunsten von Grill gegeben.

Ladehemmung in der Offensive

Die Sorgen des Tabellensechzehnten setzen sich in der Offensive fort. Bester Torschütze ist der Rechtsverteidiger Jonas Sterner mit zwei Toren. Mittelstürmer Vincent Vermeij wartet seit vier Spielen auf einen Torerfolg.

Er war genauso wie Kapitän Hauptmann und Bobzien bislang erst einmal erfolgreich. Frischen Wind brachte zuletzt die Bremen-Leihgabe Patrice Covic, der bei seinem Startelfdebüt gegen Ligaprimus Hertha BSC direkt traf.

Obwohl acht Punkte und zwölf Tabellenplätze zwischen den beiden Ost-Rivalen liegen, erwartet Stamm “ein enges Spiel”. Er hofft auf die besondere Atmosphäre im heimischen Rudolf-Harbig-Stadion: “Wenn wir die Emotionalität von der Tribüne aufsaugen und diese Energie zurückgeben, dann kann es für beide Seiten, Mannschaft und Fans, ein schöner Tag werden.”

Mit der Aussage von Ex-Dynamo-Profi Stefan Kutschke, dass man dem Gegner “auch mal wehtun müsse”, wollte Stamm nicht ganz mitgehen. Vielmehr gehe es darum, den spielstarken und selbstbewussten Magdeburgern um Baris Atik “die Spiellust so zu nehmen, dass sie nicht in ihren Flow reinkommen”.