Beim 1:1-Remis Leere Kurve, laute Botschaft: Breitseite der Magdeburg-Fans gegen DFB
Trotz gesperrter Nordkurve setzen die Fans des 1. FC Magdeburg beim Heimspiel gegen Darmstadt ein deutliches Zeichen gegen den DFB.

Magdeburg/DUR – „Ihr sucht in uns den Sündenbock … Dank eurer Sperre fehlt uns nur noch ein Zaun bis zum Gästeblock“. Ein Transparent, eine Botschaft an den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Gezeigt von den Fans beim Heimspiel vom 1. FC Magdeburg gegen Darmstadt 98 (1:1).
Es war ein surreales Bild in der Magdeburger Avnet Arena am Freitagabend. Die sonst immer voll belegte Nordkurve war beim Flutlichtspiel in der 2. Bundesliga in großen Teilen leer. Der Grund: Der DFB legte dem FCM einen Teil-Ausschluss als Strafe nach den Ausschreitungen beim Dresden-Spiel auf.
Die Ultras und Fans, die normalerweise in der „Nord“ stehen, war das am Freitag ziemlich egal. Sie füllten die Gegengerade des Stadions und machten von dort aus Stimmung. Für die Mannschaft – und gegen den DFB.
FCM-Fans prangern DFB an - Darmstadt solidarisch
Auf einem weiteren Banner der FCM-Fans prangerte man „Kollektivstrafen“ an, zielte erneut auf den DFB mit der Aussage: „Euer Dialog ist nur ein Monolog“. Auch die Gästefans zeigten sich solidarisch: Sie hissten ein Transparent mit ähnlicher Botschaft.

Der Atmosphäre bei dem spannenden Heimspiel in Magdeburg tat der Teil-Ausschluss überhaupt keinen Abbruch. Im Gegenteil, weiß auch FCM-Cheftrainer Petrik Sander.
Lesen Sie auch: Weit mehr als nur eine Geldstrafe: DFB-Urteil zu Krawallen trifft den FCM
Der Magdeburger Cheftrainer sagte nach dem Spiel: „Ein Riesenkompliment an die Zuschauer, weil das war brutal heute, es war wirklich eine Topstimmung, trotz des gesperrten Bereichs.“ Und auch mancher Spieler äußerte sich zu der Stimmung, wie die „Volksstimme“ berichtet hat.
Umziehen mussten die Fans aus der Nordkurve, nachdem es zwischen Magdeburg-Fans und der Polizei beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden gekracht hatte. Bei den Ausschreitungen wurden mehr als 70 Polizisten sowie zahlreiche Fans verletzt. Obendrauf musste der Verein eine Strafe von 186.600 Euro zahlen.