Auch Holstein wollte Chávez Torjäger in Topform: Auf diese Kieler muss der FCM ganz besonders aufpassen
Der 1. FC Magdeburg empfängt am Sonntag Holstein Kiel. Ein Gegner, der dem FCM sehr ähnlich ist: offensiv stark, aber hinten verwundbar.

Kiel/Magdeburg/DUR - Nach zwei Siegen in Folge wartet der nächste Prüfstein auf den 1. FC Magdeburg. Mit Holstein Kiel kommt ein Gegner in die Avnet Arena, der den FCM vor allem in Heimspielen oft vor Probleme stellte. Der letzte Heimsieg gegen die "Störche" liegt schon fast zehn Jahre zurück. Damals traf Christian Beck per Kopf zum 1:0.
Seitdem blieben die Blau-Weißen in vier Anläufen ohne Erfolgserlebnis. Das soll sich am Sonntag (Anpfiff 13.30 Uhr, live bei Sky) ändern. Die Magdeburger wollen nach dem Debakel gegen Braunschweig Wiedergutmachung betreiben und den ersten Heimdreier der Saison einfahren.
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Kein einfaches Unterfangen, denn die Gäste sind ungeschlagen und zeigten sich in den ersten beiden Ligaspielen offensiv gefährlich. Was hat sich bei den Kielern im Sommer verändert und worauf muss sich der FCM einstellen?
Holstein Kiel verkauft Leistungsträger Bernhardsson
Die Rückkehr von Tim Walter an die Kieler Förde im Februar 2026 war durchaus mit Zweifeln behaftet. Doch mit seinem extrovertierten Auftreten und seiner offensiven Spielidee führte er die Holsteiner aus dem Tabellenkeller zum vorzeitigen Klassenerhalt. Nach einem starken Zwischenspurt waren die abschließenden Niederlagen gegen Magdeburg und Dresden bedeutungslos.
In seiner ersten Amtszeit 2018/19 führte der 50-Jährige die Störche auf den sechsten Tabellenplatz und schlug den Bundesligisten SC Freiburg im DFB-Pokal. Ein ähnliches Ergebnis würde man in dieser Saison sicherlich unterschreiben, wenngleich die Verantwortlichen öffentlich kein klares Ziel ausgaben.
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Sie mussten in der Vorwoche einen schmerzvollen Abgang verkünden. Alexander Bernhardsson schloss sich nach 57 Spielen, in denen er 15 Tore und 14 Vorlagen erzielte, dem VfL Wolfsburg an. Der Verkauf des schwedischen WM-Fahrers spülte satte fünf Millionen Euro in die Vereinskasse.
Auf diesen Wechsel war Sportchef Olaf Rebbe vorbereitet und stellte gleich am nächsten Tag zwei Neue vor. Gyan de Regt kam für 1,7 Millionen Euro von Excelsior Rotterdam. Der auf beiden offensiven Flügeln einsetzbare Angreifer war in der niederländischen Eredivisie an elf Toren beteiligt. Weitere 700.000 Euro investierten die Störche in den dänischen Innenverteidiger Noah Madsen vom portugiesischen Zweitligameister CS Maritimo.
Holstein Kiel holt Balzi von Messis Heimatverein
Die beiden Späteinkäufe reihen sich in ein halbes Dutzend weiterer Spieler ein, die Rebbe aus dem Ausland nach Schleswig-Holstein lotste. Für neue offensive Impulse soll Guillermo Balzi sorgen, der von den Newell’s Old Boys aus Argentinien kam, bei denen Lionel Messi das Fußballspielen lernte. Mit zwei Toren in den ersten drei Pflichtspielen fügte sich Balzi direkt gut ein.
Als zweiter Zugang spielte sich Rechtsverteidiger Hiroki Sekine umgehend in die Startelf. Der Japaner kam per Leihe vom französischen Zweitligisten Stade Reims. Im Übrigen vertraute Walter bislang dem Personal, das in der letzten Saison die Kohlen aus dem Feuer holte.
Angeführt von Kapitän Jonas Meffert präsentierte Kiel in den ersten beiden Ligapartien zwei unterschiedliche Gesichter. Zum Auftakt in Darmstadt gab man eine 2:0-Führung aus der Hand und musste sich mit einem 2:2 begnügen. In der Woche reichte es nach einem 0:2-Rückstand gegen St. Pauli noch zu einem Punktgewinn. Die Pokalaufgabe bei Regionalligist TSV 1860 München löste der Favorit relativ souverän mit 2:0.
In Bestform befindet sich derzeit Stürmer Phil Harres, der in allen drei Spielen traf. Verzichten muss Kiel unter anderem auf Steven Skrzybski, der vor einem Jahr per Traumtor den 3:3-Ausgleich in Magdeburg erzielte. Auch für Sebastian Schonlau, Ex-HSV-Kapitän unter Walter, reicht es noch nicht.
Walter wollte FCM-Zugang Chávez haben
Derweil gibt es einen FCM-Spieler, den der Kieler Trainer gerne in seinen Reihen hätte. Angesprochen auf Neuzugang Felipe Chávez verriet Walter: "Er ist ein guter Spieler. Wir haben uns auch mit ihm beschäftigt. Ein sehr feiner Fußballer. Er ist sehr talentiert, muss sich aber auch erst in der zweiten Liga etablieren."
Nach zwei Ligaspielen ohne Sieg gibt sich Walter gelassen. Von einem wegweisenden Spiel will er nichts wissen. "Wir wollen die Jungs dahin bringen, dass sie wissen: Wir können jedes Spiel gewinnen. Auf dem Weg sind wir und so werden wir auch weiter verfahren", sagte er auf der Pressekonferenz am Freitag.
An der Ausrichtung, auch unter Gegnerdruck nach spielerischen Lösungen zu suchen, werde er wahrscheinlich nicht rütteln: "Im Fußball kann man keine Fehler abstellen. Fehler werden immer wieder passieren." Gut möglich, dass es zum wiederholten Male ein Spektakel zwischen Magdeburg und Kiel zu sehen gibt.