FCM-GEGNER IM CHECK 1. FC Magdeburg unter Zugzwang: Dieser Gegner kann richtig wehtun
Mit einer deftigen Pleite im Gepäck reist der 1. FC Magdeburg zum Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück. Der Aufsteiger hingegen legte einen durchaus ansprechenden Start hin und will den FCM ärgern.

Magdeburg/DUR - Nach dem Horrorstart gegen Braunschweig steht der 1. FC Magdeburg bereits am Saisonanfang unter einem gewissen Druck, den ersten Dreier der Saison einzufahren. Da kommt der VfL Osnabrück am Samstag (13 Uhr, live bei Sky) gerade recht, wenn man auf den direkten Vergleich blickt.
Von bislang 14 Pflichtspielduellen gewann der FCM neun. Nur dreimal siegte der VfL, allerdings jedes Mal vor heimischer Kulisse. Der letzte Heimsieg für die Lila-Weißen ist aber schon zehn Jahre her. Die nachfolgenden drei Gastspiele an der Bremer Brücke konnten die Magdeburger für sich entscheiden.
Auch die Osnabrücker sind mit einer Niederlage in die Saison gestartet, verkauften sich aber beim 3:4 gegen Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim teuer. Wie ist der VfL aufgestellt und was kommt auf den FCM zu?
VfL Osnabrück: Abwehrbollwerk bleibt zusammen
Im zweiten Anlauf hat es Osnabrück wieder in die zweite Liga geschafft. Timo Schultz, ehemaliger Trainer des FC St. Pauli, übernahm die Mannschaft vor der Saison 2025/26 und führte sie mit 80 Punkten souverän zur Drittliga-Meisterschaft. Vor allem in der Abwehrarbeit präsentierte sie sich bärenstark: mit nur 34 Gegentoren landete sie in der Endabrechnung acht Zähler vor Energie Cottbus.
Die erfolgreiche Einheit blieb allerdings nicht komplett zusammen. Während Stammtorwart Lukas Jonsson zurück in seine schwedische Heimat wechselte, schlossen sich Offensivspieler Lars Kehl (20 Torbeteiligungen) sowie die beiden talentierten Innenverteidiger Kevin Wiethaup und Yigit Karademir anderen Zweitligisten an.
Vor Osnabrück-Spiel: So steht's beim FCM um Müsel und Heber
Zum Saisonauftakt lief der VfL mit neun Spielern aus der Aufstiegsmannschaft auf. Die Dreierkette aus Kapitän Jannik Müller (135 Zweitligaspiele), Niklas Wiemann und Robin Fabinski blieb ebenso unverändert wie das zentrale Mittelfeld aus Bjarke Jacobsen und Fridolin Wagner.
Allerdings mussten die Niedersachsen am ersten Spieltag mitunter Lehrgeld bezahlen. Bei drei von vier Gegentoren machte der neue Torwart Jonas Krumrey eine unglückliche Figur. Der 22-Jährige kam von Holstein Kiel. Dort zeigte er in 22 Spielen bereits sein Talent, fiel dann aber dem Trainerwechsel zum Opfer.
Osnabrück setzt auf schnelles Umschalten
Als zweiter Neuzugang stand Rechtsverteidiger Konrad Faber in der Startelf, den der Aufsteiger vom FC St. Gallen loseisen konnte. Im Vorjahr kam er als Leihspieler für Dynamo Dresden auf 24 Zweitligaspiele. Mangels Alternativen musste Patrick Kammerbauer zum Start von seiner gewohnten rechten Seite auf die linke Außenbahn wechseln.
Im Übrigen vertraute Schultz seiner eingespielten Formation. Der zuvor von Dresden ausgeliehene Topscorer Robin Meißner (14 Tore, 10 Vorlagen) wurde nach dem Aufstieg fest verpflichtet. Gleich am ersten Spieltag netzte der Stürmer in der Nachspielzeit per Handelfmeter zum 3:4-Endstand.
Ebenfalls erfolgreich war Offensivmann David Kopacz, der gegen Heidenheim mit einem sehenswerten Distanzschuss traf. Für das nötige Tempo ist Ismail Badjie verantwortlich, der als schnellster Osnabrücker beim Saisonauftakt mit 34,21 km/h gemessen wurde.
Knapp dahinter reihte sich Joker Leon Opitz ein, der auf Leihbasis von Werder Bremen kam. Mit diesen Flitzern wollen die Niedersachsen im Umschaltspiel für Gefahr sorgen.
VfL-Trainer Schultz angriffslustig: “Wollen unbedingt gewinnen”
Als Transfercoup könnte sich Daniel-Kofi Kyereh herausstellen. Der zuletzt vereinslose Spielmacher hat in der zweiten Liga beachtliche Zahlen vorzuweisen. In 91 Spielen erzielte er 27 Tore und legte 27 weitere auf. Vor allem unter Trainer Schultz bei St. Pauli glänzte der 18-malige Nationalspieler Ghanas.
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Im Sommer 2022 wechselte er für 4,5 Millionen Euro zum SC Freiburg, zog sich aber nach 12 Bundesligaspielen einen Kreuzbandriss zu, dessen Folgen ihn drei Jahre lang außer Gefecht setzten. Mit der Hilfe eines Osnabrücker Physiotherapeuten feierte er im April 2026 sein Comeback beim SC Freiburg II und zeigte in den letzten sieben Spielen der Regionalliga Südwest ansteigende Form.
Zu Beginn der Woche stellte der VfL ihn vor, am Dienstag stieg er sofort in das Mannschaftstraining ein. Schultz ließ jedoch offen, ob der 30-Jährige gegen Magdeburg schon zum Einsatz kommen könnte.
Im ersten Heimspiel nach der Zweitliga-Rückkehr vor ausverkaufter Kulisse erwartet Trainer Schultz einen Gegner, der in der Offensive “brutal gut besetzt” ist. Trotzdem gab er sich angriffslustig: “Wir wollen unbedingt gewinnen.” Dementsprechend muss der FCM am Samstag mit reichlich Gegenwehr rechnen und die eigene Leistung nach oben schrauben, um dreifach zu punkten.