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Cardiff-Leihspieler Vom Champions-League-Talent zum FCM-Ersatzmann: Was Roko Simic ausbremst

Roko Simic galt früh als großes Stürmertalent und weckte sogar das Interesse europäischer Topklubs. Beim 1. FC Magdeburg kommt der Sohn von Milan-Legende Dario Simic bislang aber kaum zum Einsatz. Ein damaliger Trainer liefert Hinweise darauf, was den Angreifer ausbremst.

Von Nico Esche Aktualisiert: 22.09.2026, 10:34
Der 1. FC Magdeburg hat Roko Simic für ein Jahr vom englischen Zweitligisten Cardiff ausgeliehen.
Der 1. FC Magdeburg hat Roko Simic für ein Jahr vom englischen Zweitligisten Cardiff ausgeliehen. (Foto: imago/dts Nachrichtenagentur)

Magdeburg/DURRoko Simic hat es nicht leicht beim 1. FC Magdeburg. Im Sommer wurde der kroatische Mittelstürmer als Back-up geholt, ausgerechnet für Dauerbrenner und Torjäger Mateusz Zukowski. Beim FCM ist seine Einsatzzeit bislang gering – auch, weil er sich selbst zu viel Druck macht.

Simics Karriere war schon nahezu vorbestimmt. Als Kind von Milan-Legende Dario Simic, spielte Sohn Roko mit gerade einmal 17 Jahren auf der größtmöglichen Bühne, der UEFA‑Champions-League. Damals mit RB Salzburg. Dazu kamen zahlreiche Auftritte in der kroatischen Jugend-Nationalmannschaft.

Auf Vereinsebene folgten haufenweise Leihen. Innerhalb Österreichs, in die Schweiz, später auch zu Zweitligist Karlsruher SC. Roko Simics Marktwert verdreifachte sich. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere ging er per Leihe nach England, zu Cardiff City. Der Durchbruch sollte ihm aber auch dort nicht gelingen. Warum das so ist, könnten Hinweise eines ehemaligen Trainers von Simic erahnen lassen.

Roko Simic galt früh als großes Talent und spielte Champions League

Magdeburg Blau-Weiß weiß von Simics Ex-Coach, der namentlich nicht genannt werden will, dass die Erwartungshaltung an den damals jungen Roko Simic enorm waren. Von außen wie von innen. In Cardiff, in der zweiten englischen Liga, hat er gutes Geld verdient. Ein Umstand, der gerade junge Spieler regelrecht beflügeln kann.

Aber er ließ in England und später in der 2. Bundesliga als Stürmer das Gesamtpaket vermissen. Der Druck auf ihm lastete schwer. Auch die eigenen Erwartungen waren groß, womöglich zu groß.

Vater Dario Simic zählt in Kroatien zu einem der wichtigsten Fußballspieler der vergangenen Jahrzehnte. 101 Länderspiele absolvierte der Innenverteidiger. 1999 holte Inter Mailand Simic für die damals irre Summe von umgerechnet elf Millionen Euro von Croatia Zagreb.

Lesen Sie auch: Zukowski sticht beim FCM heraus – mit einer Stärke, die kaum einer auf dem Schirm hat

Nur drei Jahre später wechselte der gebürtige Zagreber zum Derby-Konkurrenten AC Mailand, mit dem er zweimal den Champions-League-Titel holte. Sein wichtigster Karriereschritt.

Dario Simic zählte damals zu den begehrtesten Innenverteidigern Europas. In dieser Zeit kam Sohn Roko zur Welt. Der einige Jahre später das Interesse von Topklubs wie Arsenal London und Real Madrid wecken sollte.

Warum sich Roko Simic vor dem Tor selbst im Weg stehen könnte

Das lag vor allem an seiner Veranlagung. Der FCM-Stürmer ist läuferisch gut und hat einen starken Abschluss. Er ist ein klassischer Strafraum-Stürmer. Bei RB Salzburg erzielte er sieben Tore in 54 Spielen, beim KSC waren es drei Treffer in 28 Partien. Bei Cardiff ist er ohne Einsatz, wurde in die U21 verfrachtet und später zum FCM ausgeliehen.

Roko Simics Vater Dario mit dem Henkelpott: Mit dem AC Mailand gewann er gleich zweimal das Finale der UEFA Champions League.
Roko Simics Vater Dario mit dem Henkelpott: Mit dem AC Mailand gewann er gleich zweimal das Finale der UEFA Champions League.
(Foto: IMAGO / APL)

Auf den einstigen Höhenflug folgte der Karriereknick. Ein Grund: Es fehlten die erzielten Treffer. Ein ehemaliger Wegbegleiter verrät, dass Roko Simic oft ins Grübeln gerät. Vor allem vor dem Tor. Problematisch für Stürmer, die selten Zeit zum Überlegen haben, wohin sie den Ball ins Tor befördern wollen.

Angreifer wie Mateusz Zukowski bringen sich maximal in eine gute Schussposition – und drücken ab. Sollte der Ball gehalten werden oder an den Pfosten klatschen, kann man immer noch den Abpraller verwerten, so die Vorgehensweise von sehr guten Stürmern. Umständliche Entscheidungsfindung ist dabei mehr als hinderlich.

Bekommt Roko Simic beim 1. FC Magdeburg noch seine Chance?

In jungen Jahren machte Roko Simic Karriere, er war begehrt. Der Vater war eine Legende, die Fußstapfen riesig. Kann sich Roko Simic vom Druck freimachen und einen Neustart beginnen? Womöglich sogar beim 1. FC Magdeburg?

Noch bis zum Ende dieser Saison hat der Mittelstürmer Zeit, sich zumindest am Heinz-Krügel-Platz zu beweisen. Dann endet die Leihe in Magdeburg und er kehrt wahrscheinlich nach Cardiff zurück.

Dafür braucht Roko Simic aber auch das Vertrauen der Trainer. Im DFB-Pokal durfte er immerhin eine halbe Stunde spielen. In der 2. Bundesliga bisher nur magere drei Minuten. Dabei blieb er wenig überraschend torlos.

Bekommt er den Kopf frei und seine Einsatzzeit auf dem Platz, könnten womöglich alle profitieren. Doch dafür muss er an Zukowski vorbei. Eine fast unmögliche Aufgabe.