DFB-Pokalauslosung Pokalschock in Magdeburg: FCM-Fans reagieren mit Ablehnung auf RB Leipzig
Die Fans hatten auf ein machbares Los gehofft – doch es kommt knüppeldick: Im DFB-Pokal trifft der 1. FC Magdeburg auf RB Leipzig. Die Reaktionen? Wut und Enttäuschung.

Magdeburg/Leipzig/DUR – Sechs Mal trafen der 1. FC Magdeburg und RB Leipzig aufeinander. Der FCM setzte selten einen Stich gegen den noch jungen Klub aus Nord-Sachsen. Das siebte Aufeinandertreffen steht bereits fest. Und so mancher Fan hätte sich einen anderen Gegner als „die roten Bullen“ gewünscht.
Doch zunächst ein Blick zurück. In sechs Partien unterlag der FCM viermal, kassierte 15 Gegentore und brachte seinerseits nur fünfmal den Ball im Leipziger Tor unter. Das letzte Mal kreuzten der Traditionsverein und RB Leipzig im April 2013 die Klingen. Am 26. Spieltag der Regionalligasaison 2012/13 unterlag der Club mit 0:4.
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Der Rest ist Geschichte: Das 2009 gegründete RB Leipzig stieg 2013 in die 3. Liga auf, ein Jahr später ging es in die 2. Bundesliga. Seit der Spielzeit 2016/17 sind die Sachsen erstklassig, spielen regelmäßig international und gewannen zweifach den DFB-Pokal.
RB Leipzig in vielen Fanszenen unbeliebt – aus diversen Gründen
Apropos DFB-Pokal. Seit ungefähr 18 Uhr am Sonntag steht fest, dass der 1. FC Magdeburg und RB Leipzig das Achtelfinale gegeneinander ausspielen. Auswärts. Leider, wie FCM-Interimstrainer Petrik Sander feststellte, der lieber ein Heimspiel in der Avnet Arena gegen Leipzig gesehen hätte. Vor heimischen Fans. Auch, wenn diese – vorsichtig ausgedrückt – in großen Teilen ein großes Problem mit dem Verein aus Sachsen haben.
RB Leipzig ist deutschlandweit ein Phänomen. Sportlich erfolgreich, wird der Klub aus der sächsischen Metropole von vielen Fußball-Fans teils leidenschaftlich gehasst. Aus vielen Gründen, einer davon ist dem Geschäftsmodell hinter dem Verein geschuldet, das, so der Vorwurf, sehr offen auf Kommerz ausgelegt ist. Meist geht es um das liebe Geld, ein Großteil davon kommt vom österreichischen Brause-Hersteller Red Bull, dem der Verein zu 99 Prozent gehört.

Insgesamt blickt RB Leipzig auf wenig Tradition zurück. In Deutschland, wo Fußballtradition für viele Fans ein hohes Gut ist, wird das Modell entsprechend kritisch gesehen. Auch bei vielen Anhängern vom 1. FCM.
Allein unter dem Facebook-Post zur Pokalauslosung auf dem Kanal des 1. FC Magdeburg landeten weit über 400 Kommentare. „Schlimmer hätte es uns nicht treffen können“ und „Gegen diesen Dosenverein. Auweia, das wird hart“, sind noch die gesitteteren Meinungen.
Das liegt zum einen an den Umständen von RB Leipzig, viel eher aber an der großen sportlichen Diskrepanz zwischen den Sachsen und dem 1. FCM: Magdeburg kämpft derzeit in der 2. Bundesliga ums Überleben. RBL ist seit Wochen ungeschlagen und Tabellenzweiter der Bundesliga.
FCM-Fans größtenteils gegen RB Leipzig als Pokalgegner
Und auch die Leser von Magdeburg Blau-Weiß haben eine sehr eigene Meinung zum kommenden DFB-Pokalgegner. Bis Montagnachmittag stimmten auf dem WhatsApp-Kanal über 300 Personen ab. Rund 11 Prozent finden das Los Leipzig gut. Etwa 20 Prozent sehen den FCM in diesem Duell als Verlierer. Die überwältigende Mehrheit von fast 70 Prozent hätten sich ganz generell einen anderen Gegner als RB Leipzig gewünscht.
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Immerhin: Der FCM darf im DFB-Pokalturnier nun endgültig zeigen, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Nach einem Drittligisten (1. FC Saarbrücken) und einem Viertligisten (FV Illertissen) erwartet den Club mit RB Leipzig im Pokal die sportlich fast größte denkbare Herausforderung.
Wann genau die beiden Teams aufeinandertreffen, steht noch aus. Weit haben es die FCM-Anhänger bei ihrer Auswärtsfahrt Anfang Dezember ja zumindest nicht. Schafft der FCM die Sensation, winkt eine üppige Entlohnung: 1,7 Millionen Euro gibt es für das Erreichen des Viertelfinales.