Reaktionen im Netz Empörung und Sorge: Kaars-Abgang und Email-Gate bewegen die FCM-Fans
Ein Abschied, ein Datenleck und reichlich Fan-Diskussionen: Der Wechsel von FCM-Stürmer Martijn Kaars zu St. Pauli sorgt nicht nur sportlich für Wirbel.

Magdeburg/DUR – Nach gerade einmal einem Jahr in Diensten des 1. FC Magdeburg, verlässt Martijn Kaars den Verein wieder. Er schließt sich mit sofortiger Wirkung Bundesligist FC St. Pauli an. Es war ein Deal, den man hat kommen sehen – und das gleich auf mehreren Ebenen.
Kaars machte nie einen Hehl aus seinem Wunsch, Bundesliga spielen zu wollen. Sein Weg war vorgegeben. Nun kam der passende Verein und der Transfer, der aber auf kuriose Weise vorab geleakt worden war. Eine E-Mail gelangte am Vormittag, bevor der Kaars-Wechsel verkündet worden war, ins Internet. Der Verein nahm Stellung zu dem brisanten Leak.
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Über die Umstände, wie der Deal öffentlich wurde, ließen sich auch einige Fans im Netz aus und zeigten sich verwundert. Und auch über den sportlich schmerzvollen Abgang von Magdeburgs Top-Stürmer hatten die Anhänger sehr verschiedene Meinungen.
Kaars-Wechsel: FCM-Fans freuen sich den Stürmer
Ein großer Teil der Kommentare über den Kaars-Abgang sind Danksagungen an den Niederländer, der in 38 Pflichtspielen für den FCM überragende 29 Scorerpunkte erzielte. „Während er in Magdeburg war, hat er immer mit offenen Karten gespielt, sich die Lunge aus dem Leib gerannt“, schreibt ein Nutzer auf Facebook.
Ein anderer betont: „Das war wohl zu erwarten“. Er freute sich, dass der Verein „sicherlich gutes Geld für ihn“ bekommen hat. Die Ablöse für Kaars ist nicht offiziell bekannt, sie dürfte wohl bei vier bis fünf Millionen Euro liegen – Rekord für den FCM.
Kaars ist nun in Hamburg, wer wird ihn beim FCM ersetzen? „Alexander Ahl-Holmström die Chance geben und das Geld sinnvoll einsetzen“, schreibt ein User. Gemeint ist Mittelstürmer Nummer zwei beim FCM, der laut eines anderen Fans „bei unserer Spielweise dafür viel zu statisch“ sei. Auf Instagram fragt sich ein User: „Wer knipst jetzt für uns?“ Denn das Personal ganz vorne ist knapp bemessen.
Der Großteil der Kommentatoren gönnt Martijn Kaars den Schritt in die Bundesliga. Einige bezweifelt aber auch, dass er sich dort durchsetzen kann. Zwar habe der Stürmer viele Tore für den Club geschossen, hätte aber auch immer wieder Durstrecken ohne eigene Treffer gehabt.
Haufenweise Kommentare zielen zudem auf den aufnehmenden Verein St. Pauli ab – der offenbar nicht viele Freunde unter den FCM-Fans hat.
FCM: Geleakte Mail sorgt für Verwunderung
Nur wenige Stunden vor der offiziellen Bekanntgabe des Kaars-Deals hatte der 1. FC Magdeburg ein Statement über die Vorkommnisse der geleakten Mail veröffentlicht.
Der Verein zeigte sich „zutiefst empört“, darüber, „dass ein Foto einer E-Mail ohne Einverständnis und von außen durch ein Fenster, das durch eine fast komplett heruntergelassene Jalousie verdunkelt war, angefertigt und verbreitet wurde“.
Auf „X“ zielt ein User auf die Verbreiter der Mail ab und gab dem FCM Recht: „Einige Fans scheinen echt Freude daran zu haben, dem Verein zu schaden. Erst wird das Foto geleakt und dann auch noch hämisch kommentiert, dass Schork ja selbst schuld sei. Wie asozial soll es denn noch werden?“.
Ein erheblicher Teil der Kommentare wundert sich jedoch über den Umgang des Vereins mit dem eigenen Datenschutz. Auf Facebook schreibt ein Kommentator: „Getroffene Hunde bellen! Egal ob rechtssicher oder nicht. Datenschutz ist in jeder Firma ein Thema. […] Hier sollte sich der FCM statt zu empören, über das eigene Fehlverhalten kümmern“.
Ein anderer schreibt, dass der Verein sich „aber ein bisschen zu sehr aus der Schussbahn“ nehme: „Datenschutz-Maßnahmen gehen auch den Verein etwas an“.