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Schlagzeilen sorgen für häme Magdeburgs Stadion: Wie ein Hüpfverbot Geschichte schrieb

Eine Fankurve, die nicht hüpfen durfte: Die absurde Geschichte rund um das Hüpfverbot beim 1. FC Magdeburg endete in Millionen-Umbauten und sorgte für zahlreiche Schlagzeilen. 

Von Nico Esche 06.03.2025, 06:00
Hinweis auf der Anzeigetafel im Magdeburger Stadion, im August 2017: Hüpfverbot beim FCM-Spiel gegen Werder Bremen II.
Hinweis auf der Anzeigetafel im Magdeburger Stadion, im August 2017: Hüpfverbot beim FCM-Spiel gegen Werder Bremen II. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Magdeburg/DUR – "Hüpf-Verbot sorgt für Geisterspiel in 3. Liga“ schrieb die "Welt“ im November 2016. "Du darfst nicht hüpfen“, titelte "11 Freunde“, auf "Transfermarkt.de“ spöttelte ein User über "Die Hüpfburg der Größten der Welt“. Weit über die Stadtgrenzen hinaus förderte das Hüpfverbot im Magdeburger Stadion im Jahr 2016 Schlagzeilen und Häme.

Rückblick: Der 1. FC Magdeburg kämpfte sich gerade durch die 3. Liga, nur kurz nachdem er den triumphalen Aufstieg aus der Regionalliga geschafft hatte.

Zehn Jahre zuvor setzte die Stadt einen Fußballtempel rechts der Elbe hin, dort, wo einst das legendäre Ernst-Grube-Stadion stand. Eine Dekade später knirschte es im Beton der Tribüne des noch jungen Stadions, beinah wären die Sitzplätze leer geblieben, noch lange bevor die Coronapandemie dafür sorgte.

FCM-Derby fast ein Geisterspiel

Das Derby am 26. November 2016 gegen den damaligen Rivalen Hallescher FC wäre fast zum Geisterspiel ernannt worden. Zu gefährlich war die Lage in der einstigen MDCC-Arena (heute Avnet-Arena).

Die Stadt – und damit die Eigentümerin – wollte ein Hüpf-Verbot durchsetzen. Der FCM sah sich dazu nicht in der Lage und legte sich zunächst selbst auf ein Geisterspiel beim Derby fest. Am Ende entschieden sich Stadt und Vereine gegen ein zuschauerfreies Spiel, es kamen über 19.000 Fans, man verzichtete aufs Hüpfen. 

Der Grund des ganzen Schlamassels: Messungen beim Heimspiel gegen Hansa Rostock drei Wochen zuvor hatten ergeben, dass FCM-Fans Schwingungen auf der Nordtribüne auslösten. Diese lagen über der sogenannten "Panikgrenze", bei der Menschen das Gefühl haben, angesichts tatsächlicher oder angenommener Gefahr fliehen zu müssen.

Hinweisschild zum Hüpfverbot auf den Rängen.
Hinweisschild zum Hüpfverbot auf den Rängen.
(Archivfoto: IMAGO / foto2press)

Die "Nord“ war eigentlich als Sitzplatz-Tribüne geplant. Doch daran hielten sich die Fans nicht. Mit dem Ergebnis, dass die Tribüne erst gesperrt, dann ein jahrelanges Hüpfverbot auferlegt und am Ende über Monate hinweg für viel Geld saniert werden musste. Es war ein für "die FCM-Familie nur schwer greifbarer und unerträglicher Zustand", wie es damals auf der Vereins-Seite hieß.

Magdeburger Stadion: Elf Millionen Euro für Umbau

10,7 Millionen Euro soll die Stadt Magdeburg für den Stadionumbau an Nord- und Südtribüne investiert haben – insgesamt rund ein Drittel der Gesamtkosten des Stadions.

Auf der Nordtribüne wurden aus Sitzplätzen Steher. Ende September 2019 durfte "Block U“ wieder zurück auf die "Nord", noch während die Arbeiten liefen. Im Oktober desselben Jahres wurde das Hüpfverbot aufgehoben und die unangenehme Geschichte nahm ein Ende.

Zumindest bis jetzt. Während des FCM-Spiels gegen den SV Darmstadt am 2. März 2025 platzte ein tellergroßes Stück Beton aus der Nordtribüne heraus und krachte auf den Boden. Betreiber und Eigentümer des Magdeburger Stadions versichern, dass es sicher sei. Dennoch würden Maßnahmen ergriffen. Das Stadion kommt nicht zur Ruhe.