St. Pauli im Gegnercheck "Hatten wir noch nie": Rapp adelt den FCM und macht Kaars Hoffnung
Der 1. FC Magdeburg will gegen den FC St. Pauli seine famose Heimserie ausbauen. Allerdings wartet mit dem Tabellenachten eine der besten Abwehrreihen der zweiten Liga.

Magdeburg/DUR - Wenn der FC St. Pauli in Magdeburg gastiert, kommen schmerzhafte Erinnerungen hoch. Etwa an das 1:1 vom letzten Spieltag der Saison 2006/07, das dem 1. FC Magdeburg den erstmaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga kostete.
Oder das erste Zweitligaspiel am 5. August 2018, in dem der Club durch ein spätes Tor unterlag. Oder das Pokalspiel vor fünf Jahren, das trotz einer Rekordzahl an Torschüssen verloren ging.
Einige bittere Niederlagen verpassten die Kiezkicker dem FCM, doch das letzte Duell ging an Blau-Weiß. Am 10. Februar 2024 schlug der Gastgeber in der Avnet Arena den damaligen Tabellenführer und späteren Aufsteiger durch das Tor von Baris Atik mit 1:0. Es war der einzige Magdeburger Sieg in neun Begegnungen mit St. Pauli.
FC St. Pauli: Viel Bundesliga-Erfahrung im Kader
Am Sonntag (Anpfiff 13.30 Uhr, live bei Sky) ist der Bundesliga-Absteiger wieder zu Gast in Magdeburg. Der Tabellenachte kassierte beim jüngsten 1:3 gegen Nürnberg erst die zweite Niederlage. Was macht die Hamburger so widerstandsfähig und wie wollen sie gegen den FCM auftreten?
Zukowski ist fit: So könnte der FCM gegen St. Pauli aufstellen
Nach dem Abstieg hat sich der FC St. Pauli auf der Trainerposition neu aufgestellt. Marcel Rapp übernahm, der Holstein Kiel vor zwei Jahren sensationell in die Bundesliga geführt hatte. Einige wichtige Stützen wie Hauke Wahl, Nikola Vasilj und Jackson Irvine musste der Verein ziehen lassen. Überraschenderweise blieb aber ein Großteil des Kaders zusammen.
Dadurch können die Gäste auf eine Achse bauen, die über Erfahrung in der höchsten Spielklasse verfügt. Darunter Joel Fujita, Arkadiusz Pyrka, Eric Smith und Louis Oppie, die bereits in der letzten Saison zu den Stammkräften gehörten. Dazu kommen Spieler wie Connor Metcalfe, David Nemeth und Lars Ritzka, die nun größere Rollen einnehmen.
Dank dieses eingespielten Kollektivs präsentiert sich die Rapp-Elf als Einheit, die schwer zu bezwingen ist. Mit 12,2 xG hat St. Pauli die wenigsten erwarteten Tore der zweiten Liga zugelassen. Bis zum Nürnberg-Spiel stellten sie die drittbeste Defensive. Zudem macht Torwart Ben Voll in seiner ersten Zweitligasaison einen souveränen Job.
Kaars gegen Magdeburg in der Startelf?
Zu Beginn der Saison hatte auch Marcus Mathisen nach seinem Wechsel vom FCM in die Hansestadt einen festen Platz in der Abwehr. Gleich bei seinem Debüt gegen Fürth traf er. Nach dem vierten Spieltag verletzte er sich aber und kam seitdem nicht mehr zum Einsatz. Weil es ohne den Dänen besser lief, gab es keinen Grund zum Umstellen.
Ähnlich ergeht es dem anderen Ex-Magdeburger Martijn Kaars, der nach einem Tor aus den ersten vier Spielen seinen Startplatz an Abdoulie Ceesay verloren hat. Der 22-Jährige erwies sich als treffsicherer und steuerte fünf Saisontore bei. In der Jokerrolle gelang Kaars ein weiteres Tor, blieb aber weiter hinten dran.
FC St. Pauli: Es läuft nicht rund für Kaars und Mathisen
An seiner alten Wirkungsstätte könnte sich das ändern. "In letzter Zeit musste er sich mit der Jokerrolle begnügen. Jetzt schauen wir mal, wie es in seiner alten Heimat ist", deutete Trainer Rapp in der Pressekonferenz vor dem Spiel an, dass er mit einem Startelfeinsatz des Niederländers liebäugelt.
Aber auch im Sturm hat der Coach die Qual der Wahl. Gegen Nürnberg erhielt der Zweitliga-Routinier Branimir Hrgota (203 Spiele) das Vertrauen. St. Pauli erspielte sich gegen den Tabellenzweiten eine Chance nach der anderen, kam aber nur zum zwischenzeitlichen Ausgleich.
Rapp über den FCM: "So eine Herausforderung hatten wir noch nie"
Die mangelnde Konsequenz vor dem Tor ist der Hauptgrund, warum die Hamburger erst zwei Siege auf dem Konto haben. Auswärts gab es bislang nur Unentschieden. Am Sonntag wollen die Gäste endlich den Bock umstoßen. Der FCM könnte dafür durchaus gelegen kommen, meint Rapp: "Es gibt Möglichkeiten, selber umzuschalten und da sind wir ganz gut drin."
Allerdings wartet auf seine Abwehr eine besonders anspruchsvolle Aufgabe. "Man muss die Bälle im Zweikampf gewinnen, weil sie viel dribbeln. So eine Herausforderung hatten wir bis jetzt noch nie. Darauf stellen wir uns ein", erklärte der 47-Jährige. Dennoch glaubt er an die Stärke seiner Mannschaft: "Wir spielen unser Spiel und da sind wir auch in der Lage, alles so zu verteidigen, dass wir keine Tore bekommen."