Torwart-Frage FCM setzt alles auf Reimann: Geht der Plan wirklich auf?
Der 1. FC Magdeburg vertraut auf Dominik Reimann und verzichtet trotz der dünnen Erfahrung dahinter auf einen weiteren Torwart-Transfer. Sportchef Peer Jaekel erklärt die Gründe – doch was passiert, wenn die Nummer eins doch einmal ausfällt?

Magdeburg/DUR – Die Kaderplanung beim 1. FC Magdeburg dürfte so gut wie abgeschlossen sein. Neun Zugänge präsentierte der Club in diesem Sommer, gelistet sind insgesamt 28 Profispieler – eine Kaderdichte, mit der man gut in die neue Saison starten kann.
Ausgeschlossen sind weitere Transfers damit aber nicht. Mit Laurin Ulrich könnte ein absoluter Wunschspieler des Clubs trotz jüngstem Leih-Ende wieder in Magdeburg aufschlagen.
Wo mit sehr großer Wahrscheinlichkeit keine Bewegung mehr in den Kader kommen wird, ist auf der Torhüter-Position. Das machte FCM-Sportdirektor Peer Jaekel neulich klar: Seine vorhandenen Torwarte, allen voran Dominik Reimann, genießen „vollstes Vertrauen“, wie er Magdeburg Blau-Weiß verriet. Ein Spiel mit dem Feuer?
1. FC Magdeburg: Warum kein neuer Torwart mehr verpflichtet wird
Eigentlich ist der 1. FC Magdeburg auf der Torhüter-Position breit aufgestellt. Hinter Dauerbrenner (102 Liga-Spiele in Folge) und FCM-Kapitän Dominik Reimann bringen sich Noah Kruth, Robert Kampa und Youngster Tjark Möbius in Stellung. Allein: Nur Kruth bringt neben Reimann ein klein wenig Zweitliga-Erfahrung mit (90 Minuten gegen Arminia Bielefeld im Mai 2023).
Wenn ich die Jungs im Training sehe, mache ich mir keine Platte.
Peer Jaeckel über die FCM-Torhüter
Dominik Reimann ist ein mustergültiger Vollprofi. "Dome" ist fit, er verpasste in seiner durchaus langen Profikarriere gerade einmal fünf Spiele verletzt oder erkrankt.
Doch käme es zum Fall der Fälle, und Reimann fiele verletzt aus, müsste der FCM um das Trainerduo Petrik Sander und Pascal Ibold auf einen der im Profibereich nahezu unerfahrenen Torhüter setzen.
Wie blickt der Sportchef auf diese Lage? Jaekel: „Kruth ist schon eine Weile dabei, kommt jetzt aus einer Verletzung zurück und hat das davor überragend gemacht. Kampa ist ein Modell-Athlet, mit Tjark Möbius ist ein U-Nationaltorwart dabei. Auch da sehen wir uns perspektivisch super aufgestellt.“

Torwart-Plan des FCM: Vertrauen statt weiterer Transfers
Nüchtern betrachtet ist es am Ende auch eine Frage des Geldes. „Kann man nach Budget immer den dreifach doppelten Boden einbauen? Am Ende geht es mir darum: Wie viel Zutrauen bringen wir denn unseren jungen Spielern entgegen? Und da habe ich vollstes Vertrauen in unsere Torwart-Gruppe und diejenigen, die in diesem Bereich verantwortlich sind, und dass wir da gut aufgestellt sind“, sagt Jaekel.
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Der Magdeburger Sportchef hat dabei freilich nicht nur ein Auge auf seine Feldspieler, sondern auch auf die Torwartabteilung unter Co-Trainer Matthias Tischer. Jaekel stellt fest: „Wenn ich die Jungs im Training sehe, mache ich mir keine Platte. Dass es mal eine herausfordernde Situation ist, bei uns vor 28.000 Zuschauern zu spielen, und vor Block-U halten zu dürfen, ist ja auch klar."
Bislang ging es gut, nur mit einem erfahrenen Torwart in der 2. Bundesliga zu arbeiten. Hinter der unangefochtenen Nummer eins lauern jedoch die Herausforderer. Kruth ist bei der Regionalligamannschaft vom FCM II gesetzt. Es sei denn, der Spieltag der Profis und der Reserve überschneiden sich.
Bleibt die Frage: Wie lange wird sich der inzwischen 23-jährige Noah Kruth als Nummer zwei zufrieden geben? Für den Verein, so viel steht fest, ist die Lage mit seinem Torwart-Leader an der Spitze und den ambitionierten Talenten dahinter keine allzu schlechte.