Heute prägen viele den Club In DDR-Oberliga war es verboten: 1990 kam der erste Ausländer zum FCM
17 von 29 Spielern haben aktuell beim 1. FC Magdeburg einen ausländischen Pass oder eine zweite Staatsbürgerschaft. In der DDR war das unmöglich, alles begann 1990 mit einem Spieler.

Magdeburg/DUR - In der DDR-Oberliga waren ausländische Kicker nicht spielberechtigt. Erst ab der Saison 1990/91 erhielten auch sie eine Lizenz. Bei manchen Vereinen trieb das seltsame Blüten. Auch beim 1. FC Magdeburg kamen immer mehr Akteure mit fremdem Pass zum Einsatz.
Ein Blick zurück zum 6. April 2001: Energie Cottbus setzt im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (0:0) in der Startelf erstmal in der Bundesliga-Geschichte auf elf Ausländer.
Trainer Eduard Geyer (heute 81) baute dabei vor allem auf Kicker aus Südosteuropa: Tomislav Piplica, Bruno Akrapovic, Vasile Miriuta und Laurentiu Reghecampf waren damals die Lieblinge in der Lausitz.
Ausländische Spiele in DDR-Oberliga undenkbar
Vierzig Jahre zuvor war das in der höchsten DDR-Spielklasse undenkbar. Laut einem Beschluss des DDR-Fußballverbandes durften Ausländer in der Oberliga nicht spielen. Sie sollten einheimischen Talenten nicht die Einsatzchancen verbauen.
In den 1970er und 1980er Jahren lieh der Sowjetische Armeesportklub (SASK) Elstal, der nicht am Spielbetrieb Teilnahm, Angehörige der Sowjetarmee, die zuvor teilweise in der 1. und 2. Liga spielten, an DDR-Zweitligisten aus. Ab 1984 durften sowjetische Armeeangehörige dann nur noch bis zur Bezirksliga am Spielbetrieb teilnehmen.
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Das Problem der fehlenden Spielerlaubnis wurde dem SC Neubrandenburg 1964 zum Verhängnis. Suleimane „Pele“ Sheriff aus Guinea, der im nahen Neustrelitz eine Berufsausbildung machte, half dem SCN maßgeblich zum Aufstieg, durfte dann aber nicht im Oberhaus spielen.
Nach nur einem Jahr stiegen die Norddeutschen wieder ab. Der „Neubrandenburger Pele“ wurde später in seiner Heimat ein Superstar, war 1972 „Afrikas Fußballer des Jahres“.
FCM: Rund die Hälfte der Spieler kommen aus dem Ausland
Zwar spielten bei den DDR-Oberligisten in den 1960er Jahren zahlreiche Akteure, die in den ehemaligen deutschen Ostgebieten geboren wurden und als Umsiedler in die spätere DDR kamen. Zum Beispiel die Brüder Roland und Peter Ducke in Jena, später die in Polen geborenen Damian Halata beim FCM oder Dariusz Wosz beim HFC Chemie.
Doch erst in der Wendezeit wuchs die Zahl der Ausländer in den Ostklubs beträchtlich. Auch beim 1. FC Magdeburg kamen in den vergangenen 35 Jahren zunehmend Kicker mit ausländischem Pass zum Einsatz. Jaroslav Flisnik war im Herbst 1990 der erste, Anatolie Demjaneko, Andrzej Wojcik, Miroslav Dreszer und Adolphus Ofodile die wohl bekanntesten.
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Aktuell sind 17 der 29 Zweitligakicker vom 1. FCM Ausländer oder besitzen eine doppelte Staatsbürgerschaft: Dominik Reimann, Robert Kampa, Daniel Heber, Anselmo García Mac Nulty, Herbert Bockhorn, Lubambo Musonda, Pierre Nadjombe, Eldin Dzogovic, Luka Hyryläinen, Felipe Chávez, Doyoung Yoon, Chunghyun Lee, Mateusz Zukowski, Richmond Tachie und Roko Simic.
Eines steht fest: Es hat sich viel getan in den vergangenen 35 Jahren, auch und vor allem bei den Ost-Vereinen. Die Fußballwelt rückt immer mehr zusammen.