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  5. VAR-Pläne: Mehr Macht für den Video-Schiedsrichter in der Bundesliga?

Pläne zum VAR Mehr Macht für den Video-Schiedsrichter? Diese Regeln sollen kommen

Der Videobeweis ist im Fußball ein höchst umstrittenes Thema. Zur neuen Saison könnte Eingriffe des VAR noch häufiger werden.

26.02.2026, 14:31
Der Videobeweis (VAR) kommt auch in der Avnet Arena beim1. FC Magdeburg regelmäßig zum Einsatz. In Zukunft könnte das noch häufiger passieren.
Der Videobeweis (VAR) kommt auch in der Avnet Arena beim1. FC Magdeburg regelmäßig zum Einsatz. In Zukunft könnte das noch häufiger passieren. (Foto: imago/Jan Huebner)

Hensol/DUR/dpa - Woche für Woche sorgt der Videobeweis im deutschen Fußball für Debatten und Kontroversen, nicht nur in der Avnet Arena beim 1. FC Magdeburg in der 2. Bundesliga. Und die hitzigen Diskussionen über Eingriffe der Video-Schiedsrichter könnten schon bald neue Dimensionen annehmen.

Statt einer Beschränkung der Macht der VAR streben die internationalen Fußball-Regelhüter nämlich eine Ausweitung der Befugnisse an. Das kann folgen für die Bundesligen und die WM im Sommer haben.

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Am Samstag fällt in Wales bei der Sitzung des International Football Association Board (Ifab) eine Entscheidung. Wir geben einen Überblick über die relevantesten Punkte.

Auch Eckbälle werden ein Fall für den VAR

Die wichtigste Neuerung: Jeder Eckball wird künftig auf seine Richtigkeit überprüft. So steht es in dem Regel-Entwurf auf der Ifab-Agenda. So soll verhindert werden, dass ein falsch zugesprochener Eckball zu einem Torerfolg führt. Wichtig ist, dass die Entscheidung in Echtzeit erfolgt, also keine quälend langen Prüfzeiten wie bei anderen Video-Checks entstehen.

Gecheckt und möglicherweise korrigiert werden künftig auch Gelbe Karten, die als zweite Verwarnung zu einer Gelb-Roten Karte und damit einem Spielausschluss führen. Keine Überprüfung gibt es für erste Gelbe Karten oder ausgebliebene Gelbe Karten, die zu einer Gelb-Roten Karte geführt hätten, es sei denn, es wurde nachweislich ein falscher Spieler oder das falsche Team bestraft.

Zeitspiel im Fußball soll konsequenter unterbunden werden

Das Spiel soll schneller und attraktiver werden, das hatte auch FIFA-Präsident Gianni Infantino, der qua Amt dem Ifab angehört, so gefordert. Zeitspiel ist der Feind des modernen Fußballs.

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Die sogenannte Acht-Sekunden-Regel für Torhüter beim Abschlag soll künftig auch bei Torabstößen und Einwürfen gelten, der Schiedsrichter zeigt den Countdown mit den Fingern an. Bei Verstößen gibt es einen Eckball oder Einwurf für das andere Team.

Nur noch zehn Sekunden bleiben künftig bei Auswechslungen. Auf dem Spielfeld behandelte Akteure müssen dann eine noch festzulegende Zeitspanne auf ihre Rückkehr aufs Feld warten. Noch zu klären ist, ob das auch Torhüter betrifft oder ob ein Teamkollege, die neue Auszeit absitzen kann.

Trainer-Challenge bei Schiedsrichter-Entscheidung ist kein Thema

UEFA-Schiedsrichterchef Roberto Rosetti bleibt dabei: Der Video-Referee ist eine gute Erfindung. „Wir dürfen nicht vergessen, warum der VAR eingeführt wurde. Er wurde geschaffen, um Fehler zu korrigieren. Die Technologie eignet sich hervorragend für objektive Entscheidungen, wie beispielsweise Abseitsstellungen, aber bei subjektiven Entscheidungen müssen wir vorsichtig sein, denn wenn wir winzige Details überprüfen, verlangsamen wir das Spiel“, sagte er jüngst in Brüssel. Mehr Tempo, mehr Gerechtigkeit. Mit dieser Maxime werden die Pläne also begrüßt.

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Aus der Bundesliga kommen zumindest noch keine kritischen Stimmen zu den Plänen. Union Berlins Trainer Steffen Baumgart findet den VAR bei allen Problemen auch weiterhin positiv.

„Wenn er gut angewendet ist, dann bringt er Klarheit und bringt auch in der einen oder anderen Situation Gerechtigkeit“, sagte Baumgart. Sein Wunsch nach einer Challenge-Möglichkeit für Trainer, wie in anderen Sportarten, ist von den Fußball-Regelhütern weiterhin nicht angedacht.

Neue Regeln kommen frühestens in der nächsten Saison zum Einsatz

Eine Ablehnung wäre eine Überraschung. In der Regel folgen die Ifab-Mitglieder den Vorschlägen auf der Agenda. Sie wurden schließlich bei den eigenen Vorbereitungstreffen entwickelt.

2024 gab es eine unerwartete Wendung durch die Ablehnung der Blauen Karte, die für 10-Minuten-Zeitstrafen eingeführt werden sollte. Damals legte Infantino kurzfristig, quasi über Nacht, noch ein Veto ein. Der FIFA-Boss hat ganz viel Einfluss auf die Entscheidungen.

Frühestens zum 1. Juni treten neue Regeln in Kraft, so sieht es der traditionelle Zeitplan des Ifab vor. Das bedeutet, dass es schon bei der WM zu der spannenden Ecken-Überprüfung kommen kann. Die FIFA wird kaum zögern, die Ifab-Vorgaben umzusetzen.

Gibt es einheitliche Regeln in Bundesligen und DFB-Pokal?

In dieser Spielzeit wird in jedem Fall noch nach dem bisherigen Regelwerk entschieden. Ab der kommenden Saison können dann in der Bundesliga (und wohl auch der 2. Bundesliga) die Änderungen greifen.

Es gibt allerdings keine Übernahmepflicht für jeden Wettbewerb. So könnte es theoretisch auch Unterschiede in der Liga und im DFB-Pokal geben. In der Regel einigen sich aber DFB und DFL auf eine Linie.

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